Adventposaunenwerk

Es ist Herbst-

Es ist Herbst-

und wir denken an den zu Ende gehenden Sommer, an Erntezeit und an Erntedankfeste.

Siegbert Heck | Kategorie: Bläserbrief

In der jüdischen Kultur gibt es seit über 3.000 Jahren, seit der Wüstenwanderung des Volkes Israel, das Laubhüttenfest, ein Freudenfest am Ende der Erntezeit.

Gott schuf für das Volk der Israeliten damals in der Wüste drei Feste. Im Frühjahr das Passahfest als Erinnerung an die Befreiung der Israeliten aus der Sklavenhaltung durch die Ägypter, später zu Beginn des jüdischen Kalenders im Spätsommer  den  großen  Versöhnungstag,  den  Jom  Kippur,  als  Ausdruck  der Versöhnung zwischen Gott und Menschen und Symbol zur Vergebung menschlicher  Schuld.  Bis  heute  der  bedeutendste  Feiertag  im  Judentum.  Als drittes religiöses und kulturelles Fest hat Gott den Israeliten das Laubhüttenfest gegeben am Ende des Sommers, wenn die Erntezeit zu Ende geht.

Das Laubhüttenfest wird im Judentum seit langem eine Woche lang gefeiert als kulturelles Erlebnis und als religiöses Fest.Von allen  drei Festen ist dieses Fest das, bei dem die Freude, das Fröhlich-Sein und das Positive am Leben am meisten im Vordergrund stehen. Dabei geht es zunächst um den Dank an Gott für den Ertrag der Ernte in den vergangenen Monaten. Aber es gibt auch noch einen weiteren Aspekt. Über lange Zeit feierten die Juden dieses Erntedankfest in selbstgebauten geschmückten kleinen Hütten, den „Laubhütten“, als Erinnerung an die Befreiung der Israeliten aus der Gefangenschaft in Ägypten und die damalige vorübergehende  Wohnsitzlosigkeit  in  der  Wüste.  Danken  für  die  Ernte,  das tägliche  Essen,  und  Denken  an  die  Befreiung  durch  Gott  und  das  Leben  in Freiheit. Danken und Denken hat im Deutschen denselben Wortstamm und ist abgeleitet von dem indogermanischen Wort „teng“. Danken ist denken - und dabei jemand oder etwas in Gedanken behalten.

Übertragen auf unsere heutige Zeit im Herbst 2022 und die Zeit der Erntedankfeste:  Dank  und  Freude  über  das  Wachsen  und  die  Erntezeit  der vergangenen Monate, aber auch nachdenken - danken - über die Befreiung und Führung Gottes - mit allen Aspekten, die damit verbunden sind. Die Werte, die uns  Gott  in  Gemeinde,  in  unserer  Kultur,  in  unserer Gesellschaft und uns persönlich gegeben und geschenkt hat.

Ich motiviere nicht dazu, eine Woche lang in „Laubhütten“ umzuziehen. Wir leben in einer anderen Zeit. Aber ich motiviere zum Dank an Gott für das Alltägliche - und zum Denken und Nachdenken an die Existenz Gottes und die Werte, die er uns in unserer herausfordernden Zeit schenkt und geschenkt hat. Und das nicht in Sentimentalität, sondern in Freude, Fröhlichkeit und einem positiven Glauben an Gott.  In  3.  Mose  23,  40  empfiehlt Gott zur Gestaltung des Laubhüttenfestes:       

„Ihr sollt (...) fröhlich sein vor dem Herrn, Eurem Gott“.

In Psalm 81, 4:

Blast die Posaune (Luther), stoßt in die Trompete (Hfa) zum jährlichen Fest.   

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